08
Mai
2021

Weitertragen e.V. auf Instagram - Interview mit Sternenkinder Achim e.V.

Dalma Weber im Interview mit Sternenkinder Achim e.V.

https://www.instagram.com/p/COimJfKqjwR/

Wir sind telefonisch erreichbar unter: 06162/ 9691592.
Da wir unsere Arbeit ehrenamtlich und zusätzlich zu anderen Verpflichtungen leisten, können wir hier keine festen "Bürozeiten" anbieten.
Scheuen Sie sich nicht, Ihre Nummer auf Band zu sprechen, wir melden uns auf jeden Fall bei Ihnen.
Oder kontaktieren Sie uns über unser Emailpostfach: weitetragen-verein@t-online.de, unsere Homepage: www.weitertragen-verein.net oder unsere anderen Kanäle.
Wir kümmern uns um Ihr Anliegen, soweit uns das möglich ist und sind offen für konstruktive Kritik, Anmerkungen, Ideen, Hinweise und freuen uns über jeden Kontakt!

Leider gibt es ein Problem mit unserem Paypal-Konto, da Paypal offenbar ein Problem mit der Rechtsform eines "eingetragenen Vereins" hat. und unsere Unterlagen nicht akzeptiert.
Wir arbeiten an der Klärung.

Bis dahin freuen wir uns über SPENDEN auf unser Konto bei der Sparkasse Dieburg:
IBAN: DE 93 5085 2651 0125 1022 44

Jetzt kommentieren Autorin: Elija 08.05.2021 12:23
07
Dezember
2020

Rückblick 2020

Liebe Mitglieder von Weitertragen e. V.,
liebe Forumsmitglieder und Wegbegleiter,

ein besonderes Jahr neigt sich dem Ende zu. Viele Eltern sind neu in unserem Betroffenenforum angekommen. Wir haben schöne und traurige Momente miterlebt, glückliche Wendungen und schwere Abschiede. Mit der Corona-Pandemie hat sich das Leben jedes Einzelnen zusätzlich verändert und unsere Vereinsarbeit vor völlig neue Herausforderungen gestellt.

Forumstreffen und Online-Mitgliederversammlung

Das für Ende Mai geplante Forumstreffen in Bremen mussten wir schweren Herzens absagen. Damit entfiel auch die zeitgleich angedachte Mitgliederversammlung. Auf Grund notwendiger Wahlen und Satzungsänderungen hatten wir deshalb auf Sonntag, 1. November 2020, zu unsere 1. Online-Mitgliederversammlung eingeladen.
Herzlichen Dank allen, die sich Zeit genommen haben, an dieser wichtigen Sitzung teilzunehmen und bereit waren, mit uns dieses Neuland zu betreten.
Dankeschön für die konstruktiven Diskussionen, neuen Ideen und Anstöße. Dankeschön dem/der neuen Kassier und Kassenprüferin für die Übernahme dieser wichtigen Aufgaben.
Das Protokoll zur Sitzung ist ab sofort im Vereinsmitgliederbereich des Forum einsehbar. Als Echo auf die Sitzung haben wir, zunächst im Vereinsbereich, eine „Projektecke“ eingerichtet, um Aufgaben des Vereins gemeinsam voranzubringen. Wir wünschen uns, dass es nach und nach gelingt, diesen Bereich mit Leben zu füllen, neue Projekte anzudenken, Ideen zu konkretisieren, umzusetzen und schließlich in die Öffentlichkeit zu tragen.
Wir hoffen, dass sich das Alltagsleben in absehbarer Zeit wieder so normalisiert, dass auch wieder ganz reale Treffen möglich sind.

Mitglieder und Unterstützer

Weitertragen zieht Kreise. Mit dem Versand der Flyer an Dachverbände von Beratungsstellen und Hebammenverbänden werden wir stärker wahrgenommen und von Betroffenen gefunden. Dies spiegelt sich in der Zahl derer wider, die im Forum akut nach Unterstützung im Rahmen eines auffälligen pränatalen Befundes suchen. Diese Entwicklung freut und sehr, sie macht Mut und bestärkt uns in unserem Tun.

Leider fehlt es nach wie vor an Vereinsmitgliedern, die unseren Anliegen auch durch ihre Mitgliedschaft Ausdruck verleihen.

Eine Mitgliedschaft bei Weitertragen e. V. ist ganz einfach. Auf den Seiten von Verein und Forum steht eine Beitrittserklärung zum Download bereit. Der Mindestbeitrag beträgt 12 € im Jahr. Jedes Mitglied trägt dadurch aktiv dazu bei, dass das Forum für Betroffene werbefrei läuft, Flyer gedruckt, Öffentlichkeitsarbeit geleistet und die Website des Vereins finanziert werden können.
Um kleinere Projekte zu finanzieren, bedarf es jedoch auch weiterhin zusätzlicher Aufstockungen von Mitgliedsbeiträgen und Einzelspenden. Auf den Internetseiten von Verein und Forum findet ihr die verschiedenen Möglichkeiten, dem Verein Spenden zukommen zu lassen.
Danke jedem Einzelnen, der uns durch Mitgliedschaft, Aufstockung oder Spende hilft, „Weitertragen“ ein Stück mehr in die Wahrnehmung der Gesellschaft und die Beratung Betroffener zu tragen.

Adventszeit & Worldwide Candle Lighting (13.12.2020)

Auch in diesem Jahr gestalten wir die Adventszeit im Forum wieder auf besondere Weise. Im Rahmen eines Adventskalenders öffnen wir jeden Tag ein Türchen für eines der Sternenkinder oder besonderen Kinder, die über die Jahre mit ihren Eltern den Weg zu Weitertragen e. V. gefunden haben. Darauf freuen wir uns sehr, denn all diese ganz persönlichen Beiträge voller Liebe und Dankbarkeit berühren uns immer wieder tief.

Am 13. Dezember findet das jährliche „Worldwide Candle Lighting“ statt. Viele kennen es bereits. Rund um die Welt wird am Abend des 2. Sonntag im Dezember für die verstorbenen Kinder eine Kerze ins Fenster gestellt. So geht das Licht durch die Zeitzonen um die Erde, als Zeichen von Liebe und Verbundenheit zu denjenigen, die in unserer Mitte fehlen.
Wer möchte, darf am 13.12. auf unserer Facebook-Seite sein Licht fürs Worldwide Candle Lighting posten. Einen Eröffnungsbeitrag dazu werden wir rechtzeitig ins Netz stellen.

Bleibt uns an dieser Stelle, allen Vereins- und Forumsmitgliedern, Sterneneltern, Unterstützern und Wegbegleitern eine gesegnete, friedvolle Advents- und Weihnachtszeit zu wünschen.
Mögen die Kinder, die in unserer Mitte fehlen, auf besondere Art und Weise ihre Plätze in den Familien finden. Mögen wir ihre Nähe spüren. Und mögen die besonderen Kinder in unserer Mitte diese Zeit noch reicher machen.

Jetzt kommentieren Autorin: Elija 07.12.2020 00:13
02
November
2020

Der gefälschte Blog, der sich als Blog von Weitertragen e.V. ausgab, ist nicht mehr erreichbar. Der Domaineintrag der dafür genutzten Domain www.krankes-baby-austragen.de wurde gelöscht

Der gefälschte Blog, der sich als Blog von Weitertragen e.V. ausgab und dafür unsere alte Domain www.krankes-baby-austragen.de verwendete , ist nicht mehr erreichbar, da der Domaineintrag gelöscht wurde.

Nach monatelangem, zähen Schriftkrieg mit der DENIC eG, dem Softwareanbieter der Blogsoftware, einer Anzeige bei der Abteilung für Cyberkriminalität der Polizei Hessen und einer Anzeige beim Betrugsdezernat der Polizei Darmstadt haben DENIC und Polizei reagiert und den Domaineintrag für www.krankes-baby-austragen.de gelöscht.
Die entsprechende Seite, also der Blog, der angeblich von uns stammt, ist nicht mehr erreichbar.
Die Domain www.krankes-baby-austragen.de wird von uns nicht mehr gehostet und nicht verwendet.
Die alten Verlinkungen unseres Forums über www.krankes-baby-austragen.de laufen ins Leere, teilweise sorgen Algorithmen im Netz aber offenbar auch dafür, dass bei der Eingabe: krankes-baby-austragen tatsächlich unser Forum: www.weitertragen-forum.net angezeigt wird.

Jetzt kommentieren Autorin: Elija 02.11.2020 18:41
31
Juli
2020

Mütter von Sternenkindern erzählen - Artikel vom 23. Juli 2020 in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)

„Sie soll unter meinem Herzen einschlafen”:
Wie es ist, ein sterbendes Kind weiterzutragen


Wie ist es, wenn man weiß, dass das eigene Kind noch vor seiner Geburt sterben wird?
Zwei Mütter aus der Region erzählen von der Schwangerschaft mit ihren Sternenkindern.

Von Christina Fischer, BNN (Badische Neueste Nachrichten)
23. Juli 2020 | 06:30 Uhr


„Bittersüß” – so nennt Natascha Bauer aus Bretten die Zeit, bevor ihre Tochter Lilli starb. Das war in der 24. Schwangerschaftswoche. „Man erlebt einen Teil der Trauer und des Abschieds, während das Kind noch lebt”, sagt Bauer rückblickend. Vor acht Jahren, am 14.06.2012, kam Lilli still zur Welt – zwei Tage nachdem sie in Bauers Bauch gestorben war.
Die stille Geburt von Leon, dem Sohn von Clara Seifert (Name v. d. Redaktion geändert) aus Karlsruhe ist erst wenige Monate her. Seifert erfuhr am 2. April in der 30. Schwangerschaftswoche, dass ihr Sohn Leon sterben wird.
Sie entschied sich – wie Bauer – gegen einen Abbruch der Schwangerschaft und dafür, ihr Kind so lange wie möglich in ihrem Bauch weiterleben zu lassen.

"Viele fragen sich, warum man schwanger bleibt, wenn das Kind sowieso stirbt." Natascha Bauer

Nicht alle aus dem Familien- und Bekanntenkreis der beiden Frauen hatten für diese Entscheidungen Verständnis. „Viele fragen sich, warum man schwanger bleibt, wenn das Kind sowieso stirbt”, sagt Bauer.
Sie ist inzwischen Erste Vorsitzende des Vereins „Weitertragen e.V., wo Betroffene sich miteinander austauschen und Rat und Hilfe finden können. Die Geschichten des „Weitertragens” müssen erzählt werden, findet Bauer. Erst dann würden viele verstehen, warum sich Eltern für diesen Weg entscheiden.

Die Diagnose
Clara Seiferts Geschichte beginnt nicht mit einer eindeutigen Diagnose. Ihre Frauenärztin stellt bei einem Routineultraschall lediglich eine Auffälligkeit der Nackenfalte von Seiferts Baby fest. Die Eltern sind daraufhin plötzlich mit der Vorstellung konfrontiert, dass ihr Kind mit Down-Syndrom zur Welt kommen könnte.
Ein Pränataldiagnostiker stellt dann jedoch eine schlimmere Diagnose: „Freie Trisomie 15 - nicht mit dem Leben vereinbar.” Seifert und ihr Mann können es kaum glauben. Die Auffälligkeit am Nacken bildet sich sogar zurück und Leon entwickelt sich auf den ersten Blick normal. „Ich konnte ihn auch schon spüren”, sagt Seifert. Die Eltern entschließen sich zu einer weiteren Fruchtwasseruntersuchung. Diese liefert jedoch kein eindeutiges Ergebnis.
„Wir konnten uns das am Anfang gar nicht vorstellen. Ein Leben mit einem beeinträchtigten Kind”, erzählt Seifert. „Später haben wir gesagt, wie gerne hätten wir ein Kind mit Down-Syndrom gehabt, wenn die Alternative lautet: Ihr Kind wird sterben.”
Doch genau diesen Satz hört Seifert einige Zeit später im Mannheimer Uni-Klinikum erneut. Diesmal ist die Diagnose endgültig.

"Es ist vollkommen legitim, das Kind entscheiden zu lassen, wann es geht." Natascha Bauers Gynäkologe, Bretten

Auch Natascha Bauers Geschichte beginnt ähnlich. Sie hat in der 20. Schwangerschaftswoche einen Termin bei ihrem Gynäkologen in Bretten zum „großen Screening”. Plötzlich wird der Arzt ganz ruhig. „Diese Veränderung in der Stimmung merkt man sofort”, erinnert sich Bauer.
Zwei Stunden später erhält sie die erschütternde Diagnose: Ihre Tochter Lilli ist nicht lebensfähig und wird in den nächsten Wochen oder Monaten sterben. Es sei denn, sie und ihr Mann treffen vorher „eine Entscheidung”, wie der Arzt sagt.
Was er damit meint: Bauer kann die Schwangerschaft abbrechen. Dabei würde der Fötus in ihrem Bauch erst betäubt werden und dann durch eine Kaliumchlorid-Spritze in die Nabelschnur oder ins Herz sterben.
„Man hat das Gefühl, man muss jetzt sofort reagieren”, sagt Bauer. Doch ihr Arzt sitzt ihr gegenüber „wie ein Buddha” und sagt: „Ihr Kind wird sterben. Aber sie müssen nicht entscheiden. Es ist vollkommen legitim, das Kind entscheiden zu lassen, wann es geht.”
Bauer beschließt: „Lilli soll unter meinem Herzen einschlafen. Das ist für mich die beste Art, wie sie sterben kann.”
Auch Clara Seifert entscheidet sich im Frühjahr 2020 dafür, ihren sterbenden Sohn Leon weiterzutragen.

Leben in der Zwischenwelt
Wie wird mein Kind sterben? Geht es meinem Kind schlecht? Wird es Schmerzen haben? Diese Fragen beschäftigen beide Frauen während ihrer Schwangerschaft. Ihre Ärzte beruhigen sie so gut wie möglich.
„Leon dämmert vor sich hin und schläft irgendwann einfach ein”, sagt Seiferts Arzt. Auch Bauer erklärt man es ähnlich: „So wie alte Menschen irgendwann einfach nicht mehr aufwachen, wird auch Lilli einschlafen.” Für die beiden Mütter ist der Gedanke ein kleiner Trost.

"Ich habe immer zu ihr gesagt: Ich bin so froh, dass du noch da bist. Aber wenn es nicht mehr geht, darfst du gehen." Natascha Bauer

Clara Seifert kann sich von ihrer Hebamme ein Gerät ausleihen, mit dem sie Leons Herztöne hören kann. „Leon war ein interessiertes, neugieriges Kind”, sagt sie. „Er hat auf Musik, Berührungen und auf die Stimmen seiner Geschwister und seines Vaters reagiert.”
Gleichzeitig bereitet sich Seifert jedoch auch auf die Geburt nach Leons Tod vor. Das Weitertragen-Forum ist ihr dabei eine Stütze. „Es gibt einen internen Bereich mit Fotos”, erklärt sie. „So konnte ich mich psychisch darauf einstellen, wie mein Kind nach der Geburt aussehen wird.”

Natascha Bauer bleibt mit Lilli in dieser Zeit immer im Dialog. „Ich habe immer zu ihr gesagt: Ich bin so froh, dass du noch da bist. Aber wenn es nicht mehr geht, darfst du gehen”, erzählt sie.
Für Bauers Mann ist diese Zeit schwieriger. „Ich kann in dieser Zwischenwelt langsam nicht mehr leben”, sagt er nach einiger Zeit zu ihr. Er muss sich emotional distanzieren, kann auch den Bauch seiner Frau nicht mehr anfassen. Letztendlich dauert dieses Leben in der Zwischenwelt für Natascha Bauer und ihren Mann vier Wochen. Für Clara Seifert und ihren Mann sind es genau 26 Tage.

Die Geburt eines Sternenkindes
„Als Leon gestorben war, habe ich es deutlich gemerkt”, erzählt Seifert. „Das Körpergefühl ist ein anderes.” Ganz sicher ist sie sich damals jedoch nicht.
Seifert selbst geht es allerdings schlechter. Sie hat starke Wassereinlagerungen, ist kurzatmig und hat Kopfschmerzen. Einen Tag später kommen Herzrasen und Übelkeit hinzu. Seiferts Arzt schickt sie umgehend ins Krankenhaus. Die Möglichkeit besteht, dass die Geburt eingeleitet werden muss. Falls Leon noch lebt, wäre das sein Todesurteil. Es ist klar, dass er den Stress einer Geburt nicht überleben wird.
Doch in der Klinik stellen die Ärzte fest, dass Leon bereits gestorben ist. „Ich war dankbar, dass ich die Entscheidung über Leben und Tod nicht treffen musste”, sagt Seifert.
Die Ärzte leiten die Geburt ein. Zwei Tage nach seinem Tod wird Leon schließlich geboren. Obwohl die Corona-Pandemie in dieser Zeit auf ihrem Höhepunkt ist, erlaubt das Klinik-Personal, dass eine Sternenkind-Fotografin kommt, um ein paar letzte Erinnerungen einzufangen. Auch dafür ist Seifert dankbar.

Bei Natascha Bauer ist es ein Montagmorgen, an dem sie merkt, dass da etwas anders ist in ihrem Bauch. „Es fühlt sich nicht mehr so an, als ob da etwas schwimmt. Es fühlt sich an, als liegt da ein Stein im Bauch”, beschreibt sie es. Am Dienstag ist sie bei ihrem Arzt.
Er bestätigt ihr bei einem Ultraschall, dass Lilli gestorben ist und schickt Bauer nach Hause. „Machen Sie in Ruhe Pläne”, sagt er ihr. Sie soll sich darum kümmern, was sie in die Klinik mitnehmen will. Und sie braucht jemanden, der auf ihre Tochter Hanna aufpasst.
Am Mittwochabend wird die Geburt in der Klinik eingeleitet. Die Einleitung kann bei manchen Eltern drei, vier Tage dauern. Bauers Tochter Lilli kommt jedoch bereits am Donnerstagmorgen in der Rechbergklinik in Bretten zur Welt. „Ihr Körper hat lange genug Zeit gehabt, um loszulassen”, sagt eine Krankenschwester zu Bauer.

Eine Stunde für den Abschied
Zeit für einen Abschied bekommt Bauer jedoch zunächst nicht. Eine Hebamme wickelt Lilli in ein grünes OP-Tuch und bringt sie weg, noch bevor die Eltern das Mädchen sehen können. Dabei hatten sie für Lilli extra eine eigene Decke mitgebracht. Bauer kommt zur Ausschabung in den OP.
Erst gegen Mittag kommt eine Kinderkrankenschwester zu Bauer ins Zimmer und fragt, ob sie und ihr Mann ihr Kind noch einmal sehen wollen. Sie bekommen zunächst einen Umschlag mit zwei Fotos von Lilli, damit sie sich an ihren Anblick gewöhnen können. „Ein Kind, das in der 24. Woche zur Welt kommt, sieht natürlich anders aus”, sagt Bauer.
Dann bringt die Schwester Lilli, eingewickelt in einige Tücher und in einem Körbchen zu ihren Eltern. Für ihren „Kennenlern-Abschied”, wie Bauer es nennt, bleibt den Eltern etwa eine Stunde.
Lillis Fußabdruck ist im Original 3,5 cm lang. Ihre Eltern haben ihn auf die Karten zur Geburt drucken lassen als Symbol dafür, dass Lilli tatsächlich „Mensch war”, so Bauer. Dazu war auf der Karte der Spruch zu lesen: „Auch wenn Deine kleinen Füße nie die Erde berührten, sind Deine Spuren trotzdem da. Überall und für alle Zeit.”

Weil Lilli bei ihrer Geburt schwerer als 500 Gramm ist, fällt sie in Baden-Württemberg unter die Bestattungspflicht. Darunter können Eltern ihre Babys auf eigene Kosten bestatten lassen, wenn sie das möchten. Außerdem darf Lilli in Bauers Stammbuch stehen. „Ein Nachweis, dass man ein Kind hat, das nicht da ist”, sagt sie. Für sie und viele andere Eltern sei das wichtig und tröstlich.

"Wenn das Kind totgeschwiegen wird, ist es noch schlimmer." Clara Seifert

Lilli hat ihr eigenes Grab. „In den Himmel geboren” steht auf dem Grabstein. Zwischen den Blumen sitzt eine Stofftier-Raupe, die ihre ältere Schwester Hanna ausgesucht hat. Ihr Grab wird regelmäßig von ihren Eltern, ihrer Schwester Hanna und ihrem jüngeren Bruder Moritz besucht. Später hat die Familie Flusskiesel für das Grab bemalt und die Raupe noch einmal größer nachgebaut.

„Das Erinnerungen-Schaffen hat nicht aufgehört, nachdem sie gestorben ist”, sagt Bauer. Erinnerungen entstünden etwa durch Gespräche über Lilli. So hinterlasse sie eine Spur, die vielleicht bei jemand anderem etwas Positives bewirke – auch wenn das Mädchen nie gelebt hat.
„Wenn man über Leon redet, lebt er weiter”, erklärt auch die Karlsruherin Clara Seifert. Würde das Kind totgeschwiegen, wäre alles noch schlimmer. Deswegen sei es besser, jemand sage etwas Ungeschicktes, statt zu schweigen. „Dann kann man ins Gespräch gehen”, so Seifert.

Die Erfahrung, ein Kind noch im Mutterleib zu verlieren und tot zur Welt bringen zu müssen, hat das Leben beider Frauen grundlegend verändert. Doch würden sie etwas anders machen, wenn das möglich wäre?
„Wenn ich mich heute entscheiden müsste, mit diesem Kind entweder nie schwanger gewesen zu sein oder es wieder so verlieren zu müssen, würde ich mich für die Schwangerschaft entscheiden”, sagt Natascha Bauer.
„Weil Lilli trotzdem ihre Spuren hinterlassen hat in unserer Familie.”



Hier der Link zum Original-Artikel in der BNN. Dort kann man auch die Fotos sehen, die integriert wurden - das lässt die Blog-Software hier nicht zu.
Der Artikel ist als BNN+-Artikel eingestellt, so dass man sich zum kompletten lesen registrieren muss. Es steht aber kein Abo dahinter.
https://bnn.de/kraichgau/bretten/stille-...-weiterzutragen

Jetzt kommentieren Autorin: Klatschmohn 31.07.2020 21:57
29
Februar
2020

[u][b][rot]Warnung vor einem gefälschten Blog unter dem Namen Weitertragen e.V. [/rot] [/b][/u]

Warnung vor einem gefälschten Blog unter dem Namen Weitertragen e.V.

Liebe Forumsnutzer, Vereinsmitglieder und Interessierte,
wir machen darauf aufmerksam, dass unter der bis 2018 von uns als Adresse unseres Forums genutzten Domain „krankes-baby-austragen“ ein Blog betrieben wird, der sich als Blog des Vereins Weitertragen e.V. ausgibt und eine alte Graphik aus unserem Forum benutzt, in Wirklichkeit aber dubiöse Werbung enthält. Dieser Blog ist weder von uns autorisiert noch sind die Inhalte in unserem Sinne.
Offenbar hat jemand in betrügerischer Absicht die von uns nicht mehr genutzte Domain "krankes-baby-austragen" übernommen.
Wir versichern hiermit ausdrücklich, dass wir mit dem Betrieb dieses Blogs nichts zu tun haben und uns von den verbreiteten Inhalten distanzieren.
Als Selbsthilfegruppe im Netz liegt es uns fern, Werbung zu verbreiten.
Wir versuchen derzeit auf unterschiedliche Weise die Löschung dieses Blogs zu erreichen.
Leider gestaltet sich das schwierig, da die DSGVO den Täter schützt und uns die Möglichkeit nimmt, die Identität des Betrügers herauszufinden.
Bis zur Klärung sollte vermieden werden, den gefälschten Blog aufzurufen, da wir nicht wissen, welche Informationen beim Anklicken verbreitet und / oder abgegriffen werden können.
Die zum Verein Weitertragen e.V. gehörigen Domains sind ausschließlich:
www.weitertragen-forum.net für das Forum und www.weitertragen-verein.net für unsere Homepage.

Seiten unter der Bezeichnung: "krankes-baby-austragen" werden von uns seit Ende 2018 nicht mehr betrieben.

1 Kommentar Autor: Weitertragen 29.02.2020 20:42
18
Juni
2018

Zeitungsartikel im "Otzbergboten"

Am 13.06.2018 erschien im Otzbergboten, dem Lokalblatt des Ortes, an dem der Verein zukünftig "wohnen" wird, folgender Artikel über unseren Verein und das Forumstreffen in Kürnbach:

Der 2014 in Otzberg gegründete Verein „Weitertragen e. V.“ stellt sich vor

Wenn das Lebensende an den Anfang rückt
Die Eltern, die sich am Pfingstwochenende in Kürnbach (Baden-Württemberg) trafen, verbindet eine Erfahrung: Sie alle wurden im Rahmen der Schwangerenvorsorge mit der Tatsache konfrontiert, dass das erwartete Kind nicht gesund ist. In manchen Fällen war die Erkrankung gar nicht mit dem Leben vereinbar und die Kinder verstarben noch während der Schwangerschaft, unter oder kurz nach der Geburt. Andere Eltern mussten sich damit auseinandersetzen, dass ihr Alltag zukünftig von der Sorge um ein chronisch krankes oder behindertes Kind bestimmt, oder im Fall einer lebensbegrenzenden Erkrankung vom baldigen Tod des Kindes geprägt sein wird.
Sie alle mussten sich von der Hoffnung auf ein gesundes Kind verabschieden und die Frage stellen, ob sie diese Schwangerschaft überhaupt fortsetzen sollen.

Am Ende „guter Hoffnung“ Halt geben
In dieser emotionalen Ausnahmesituation können betroffene Eltern Unterstützung im Internetforum (www.forum-krankes-baby-austragen.de) von „Weitertragen e. V.“ finden. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Eltern in dieser Situation aufzufangen und zu begleiten. Das Forum bietet Raum für den Austausch aller Fragen, Sorgen und Ängste und unterstützt im Entscheidungsprozess. Durch unsere vielstimmigen Erfahrungen zum Weitertragen versuchen wir, lebbare Alternativen zu dem im Rahmen der Beratung meist rasch und alternativlos angebotenen Schwangerschafts-abbruch aufzuzeigen. Denn was in einer solchen Situation wirklich trägt, kann oft nur nachfühlen, wer selbst eine ähnliche Situation durchleben musste, oder gerade durchlebt. Der Austausch findet im Alltag überwiegend im Internet statt, denn

Menschen, die ein ähnliches Schicksal verbindet, wohnen selten um die Ecke
Forumsmitglieder leben im gesamten Bundesgebiet, in Österreich, der Schweiz und in Frankreich. Aber wir versuchen auch, konkrete Unterstützung und Begleitung im näheren Umfeld zu vermitteln. Das betrifft sowohl Kontakte zu anderen Betroffenen, als auch zu professionellen Anlaufstellen, wie zum Beispiel Beratungsstellen, medizinischen Kompetenzzentren, Hebammen oder Bestattern.

Weitertragen – Weiterleben
Zeit heilt keine Wunden. Trauer verändert sich mit der Zeit, aber sie nimmt auch immer wieder mehr oder weniger Raum im Leben ein. Gerade Eltern von Schmetterlingskindern, die nur sehr kurz oder gar nicht außerhalb des Mutterleibes gelebt haben, sind mit ihrer Trauer oft allein und unverstanden. Das Forum bietet auch hier die Möglichkeit zum Austausch und einen Raum der Erinnerung an die verstorbenen Kinder.

Dem Leid Segen abringen
Noch etwas verbindet alle Teilnehmer des Treffens: Sie sind an ihrem Schicksal nicht zerbrochen. Sie sind daran gewachsen und haben durch ihre persönliche Auseinandersetzung dem Leid so etwas wie Segen abgerungen – für sich selbst und für andere. Das kam auch am Abend bei einer Andacht in der Kirche zum Ausdruck. „Wer solchen Menschen begegnet, die sich angesichts des Unzumutbaren nicht in sich selbst verschließen, sondern sich mit Ausdauer und Phantasie für andere in ähnlichen Lebenssituationen einsetzen, kann“, so Frau Dr. Rödelsperger in ihrer Ansprache, „den Geist Gottes bei frischer Tat erleben“.
Am Abend stiegen Luftballons für alle Sternenkinder in den Himmel. Allen Teilnehmern tat es gut, dass ihre Sternenkinder oder Kinder mit Beeinträchtigungen im Mittelpunkt des Tages stehen durften.

Damit „Weitertragen“ für eine selbstverständliche Alternative zum Schwangerschaftsabbruch steht
Der Verein „Weitertragen e.V. wurde 2014 gegründet. Unser Ziel ist, dafür zu sorgen, dass betroffene Eltern, die sich mit einem auffälligen pränatalen Befund auseinandersetzen müssen, zu einer wirklich selbstbestimmten Entscheidung finden können. Dazu bedarf es einer umfassenden Beratung, die alle Wege, auch das Weitertragen eines totkranken oder behinderten Kindes mit der Möglichkeit einer palliativen Begleitung eines Kindes nach der Geburt beinhaltet. Denn nur so haben Eltern die Chance, einen heilsamen Weg zu gehen, der auch langfristig für sie Bestand hat. Unsere Vision ist es, dass die Bezeichnung "Weitertragen" im allgemeinen Sprachgebrauch schon bald für eine selbstverständliche Alternative zum Schwangerschaftsabbruch steht.

Weitertragen e. V. zieht an seinen Gründungsort
Im Rahmen des Treffens fand auch die jährliche Mitgliederversammlung von „Weitertragen e. V.“ statt, Aufgrund personeller Veränderungen wurde die Verlegung des Vereinssitzes nach Otzberg beschlossen, wo der Verein 2014 gegründet wurde. Die Familien Heereman und Löwenstein hatten uns damals auf dem Hofgut in Habitzheim dankenswerterweise Räumlichkeiten für die Gründungsveranstaltung zur Verfügung gestellt.
Zum Vorstand gewählt wurden Dr. med. Cornelia Rödelsperger (Otzberg), Eike Sörensen (Solingen/NRW) und Natascha Bauer (Bretten/Baden-Württemberg).
Der Verein Weitertragen ist keine christliche Initiative. Er beschränkt sich auch nicht auf die, die ein ähnliches Schicksal verbindet. Wir sind offen für alle, die dem Weg des Weitertragens positiv gegenüberstehen und unser Anliegen wohlwollend unterstützen möchten. Der Mitgliedsbeitrag von 12 Euro im Jahr deckt momentan lediglich den werbefreien Betrieb unseres Internetforums.
Kontakt: Weitertragen e.V.; Am Feldrand 19; 64853 Otzberg; www.forum-krankes-baby-austragen.de
(Natascha Bauer/Cornelia Rödelsperger)

Jetzt kommentieren Autor: Weitertragen 18.06.2018 13:15
13
Juni
2018

So haben Mitglieder des Vereins BFVEK e.V. (Bundesverband zur Begleitung von Familien vorgeburtlich erkrankter Kinder) unser Treffen erlebt:

Warum fahren Menschen aus ganz Deutschland, Frankreich und Österreich in ein kleines Örtchen mit 2.000 Einwohner namens Kürnbach in der Nähe von Karlsruhe? – Weil dort das jährliche Treffen des Weitertragen e.V. stattfindet. Der Verein ist Betreiber eines großen Forums, das sich mit dem Thema „Fortsetzung der Schwangerschaft nach schwerer pränataler Diagnose“ auseinandersetzt (https://www.forum-krankes-baby-austragen.de/).
Unsere Mitglieder Uschi und Dominik nahmen am 19. Mai am diesjährigen Jahrestreffen teil und lernten dort viele tolle Eltern und ihre ergreifenden Geschichten kennen.
Auch im Rahmen unseres Patenprogramms verweisen wir häufig auf dieses Forum. Neben dem geschützten Austausch mit anderen Betroffenen und der emotionalen Unterstützung erhalten Eltern zahlreiche Tipps, um Erinnerungen zu schaffen. Auch „unser“ Elternpaar hat während Uschis Schwangerschaft begonnen, Tagebuch zu schreiben, Stofftiere zu stricken und bewusst Kinderausflüge wie z.B. Ponyreiten oder Playmobilland-Besuche schon vorgeburtlich zu unternehmen. Auf dem Jahrestreffen stiegen zur Erinnerung an die Kinder Luftballons in den Himmel…

Wir möchten auf diesem Wege „Danke“ sagen an das Team, das das Forum und den Verein betreut. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg. Bis hoffentlich im nächsten Jahr!
……………………………………………………………………………………………………………………………

Wir freuen uns, dieses Elternpaar jetzt auch als Mitglieder unseres Vereins begrüßen zu dürfen!
Da uns, was die Inhalte und Ziele unserer Vereine betrifft, sehr viel mit dem BFVEK.e.V. verbindet, hoffen wir zukünftig auf viele Berührungspunkte und eine gute und konstruktive Zusammenarbeit!

Jetzt kommentieren Autor: Weitertragen 13.06.2018 20:51
10
Juni
2018

Chronik des Vereins

Da die Geschichte des Vereins Weitertragen e.V. lange vor diesem Blog begonnen hat, soll der Blog mit einem kurzen Rückblick beginnen.
Um das Anliegen des Forums „krankes-baby-austragen“ wirksamer in der Öffentlichkeit wirksamer vertreten zu können, entstand der Wunsch, uns zu einem eingetragenen Verein zusammenzuschließen.

1. Forumstreffen am 15. März 2014 in Otzberg (Habitzheim)

Bei unserem ersten Forumstreffen am 15. März 2014 in Otzberg, (Habitzheim) fand die Gründungsversammlung statt.
Im Vorfeld haben wir lange nach einem passenden Namen gesucht, denn wir wollten mehr sein, als nur eine weitere Elterninitiative im Netz. Der von einem Forumsmitglied vorgeschlagene Begriff „Weitertragen“ drückt unser Anliegen sehr treffend aus und ist gerade in seiner Doppeldeutigkeit sehr passend. Denn es geht nicht nur um das Austragen einer Schwangerschaft, sondern auch um das Weitertragen eines verstorbenen Kindes im Herzen und in der Erinnerung, eines besonderes Kindes im Alltag, und nicht zuletzt um das Weitertragen dieser besonderen Erfahrung durch den Austausch im Forum, aber auch über den geschützten Raum dieses Forums hinaus.
Wir wünschen uns, dass das „Weitertragen“ Kreise zieht, mehr und mehr Akzeptanz findet und so nach und nach für eine selbstverständliche Alternative zum Schwangerschaftsabbruch steht.

Seitdem fanden jährlich weitere Forumstreffen statt:

das 2. Forumstreffen mit Mitgliederversammlung am 18. April 2015 auf Schloss Höllinghofen, Arnsberg, Voßwinkel
das 3. Forumstreffen mit Mitgliederversammlung am 02. April 2016 in Wien

und das 4. Forumstreffen mit Mitgliederversammlung am 20. Mai in Burgheim

Eindrücke zum 4. Forumstreffen wurden in folgendem Artikel eingefangen:

Forumstreffen der besonderen Art
Elternforum von „Weitertragen e. V.“ trifft sich in Burgheim

„In diesem Moment war es, als ob uns der Erdboden unter den Füßen weggezogen wurde“, erzählt die junge Frau, während sie einen kleinen Engel in den Händen hält. Sich auch ein Stück weit daran festhält. Jeder, der an diesem Samstagmittag im Pfarrsaal von Burgheim um den geschmückten Tisch mit der großen, brennenden Kerze sitzt, kennt diesen Moment aus eigener Erfahrung. Es herrscht eine sehr emotionale und gleichzeitig besondere, vertraute Stimmung, als die Eltern des Elternforums von „Weitertragen e. V.“ ihre Geschichten erzählen. Der Tisch füllt sich dabei nach und nach mit Erinnerungsstücken und Fotos.
Sie alle saßen im Rahmen der Schwangerenvorsorge einem Arzt gegenüber, der ihnen mitteilte, dass das ersehnte Kind nicht gesund ist. Bei manchen stand schon zu diesem Zeitpunkt fest, dass die Erkrankung nicht mit dem Leben zu vereinbaren ist und das Baby noch während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt versterben wird. In anderen Fällen war der Ausgang ungewiss. Die werdenden Eltern mussten sich mit dem Alltag mit einem kranken und/oder behinderten Kind und Therapien, oder der Möglichkeiten einer palliativen Begleitung ihres Kindes und dessen Tod auseinander setzen. Es verbindet alle der Moment, in dem sie sich verabschieden mussten von der Hoffnung auf ein gesundes Kind in ihren Armen und der großen Frage, die sich ganz automatisch anschließt: Was nun? Die Schwangerschaft beenden oder dieses Kind weitertragen.

Inmitten dieser emotionalen Ausnahmesituation fanden die Eltern aus dem ganzen Bundesgebiet und dem benachbarten Österreich zum Elternforum von „Weitertragen e. V.“. Dieses Forum von Eltern für Eltern hat sich zum Ziel gesetzt, Betroffene aufzufangen und in den vor ihnen liegenden schweren Wochen und Monaten zu begleiten. Es bietet Raum für Sorgen und Ängste, Gefühle und Gedanken, hält Erfahrungsberichte bereit und zeigt Alternativen zum meist rasch angebotenen Schwangerschaftsabbruch auf.

Beim diesjährigen Forumstreffen in Burgheim hatten die Eltern nun Gelegenheit, sich persönlich kennenzulernen bzw. wiederzusehen. Nach einer intensiven Vorstellungsrunde war Raum für Begegnungen und Gespräche. Die Betroffenen konnten sich über die Wege austauschen, die sie mit ihren verstorbenen Kindern gegangen waren. Eltern von lebenden Kindern mit Trisomie 18 und anderen „Extras“ hatten die Möglichkeit, sich über die alltäglichen Hürden im Leben mit ihren besonderen Kind auszutauschen.

Ganz besondere, emotionale Momente gab es später im Rahmen der von einigen Teilnehmern vorbereiteten Andacht in der Katholischen Pfarrkirche St. Cosmas und Damian. Für jedes Sternenkind, besondere Kind und auch viele der anwesenden Geschwister-Kinder wurde eine vorher selbst gestaltete Kerze entzündet. Der Liedruf, der zu jeder entzündeten Kerze gesungen wurde, brachte wunderbar zum Ausdruck, was alle empfanden: „Kleines Licht Du hast das Dunkel, kleines Licht Du hast die Nacht, kleines Licht Du hast die Welt so hell gemacht.“
Denn ganz gleich, wie kurz die Leben der verstorbenen Kinder waren, ganz gleich auf welche besondere Weise das Leben mit einem kranken Kind die Eltern forderte und weiterhin fordert – für alle steht eines fest: Das Leben ihrer Kinder war und ist wertvoll: es macht das Leben reicher und zeigt uns immer wieder, worauf es wirklich ankommt und was wichtig ist.

Abgerundet wurde das Treffen von einem gemeinsamen Luftballon-Start für die verstorbenen Kinder. Den Betroffenen tat es sichtlich gut, auch diese Kinder wieder einmal für einen Tag in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen zu dürfen. Im Alltag bleibt oft zu wenig Gelegenheit dafür, so war immer wieder zu hören. Außerdem fehle leider vor allem nach einigen Jahren oft das Verständnis des Umfeldes dafür, dass ein Erinnern an die fehlenden Kinder in der Mitte der Familien wichtig und von Herzen gewünscht wird.

Der Verein „Weitertragen e. V.“ nutzte die Gelegenheit, seine jährliche Mitgliederversammlung abzuhalten. Neben einen Überblick über die Arbeit des vergangenen Jahres gab es auch einen Ausblick auf künftige Projekte und Ziele des Vereins. Neben der Begleitung und Unterstützung neuer Betroffener im Elternforum steht auch die Fachwelt in den Bereichen Pränataldiagnostik und Geburtshilfe im Fokus. Die wirkliche Selbstbestimmung nach einer vorgeburtlichen Diagnose ist ein wichtiges Ziel. Dafür unumgänglich ist eine umfassende Aufklärung und Beratung, die alle Möglichkeiten, auch das Weitertragen der Schwangerschaft, beinhaltet. Denn nur so haben Eltern die Chance, einen heilsamen Weg zu gehen, der auch langfristig für sie Bestand hat.

(NB/Natascha Bauer)

Jetzt kommentieren Autor: Weitertragen 12.06.2018 13:16

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