#1

Elternstimmen - persönliche Erfahrungen

in Elternstimmen 24.03.2019 16:07
von Weitertragen | 618 Beiträge

*
*
*
*
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

… Die Vorstellung, den Zeitpunkt von Lillis Tod selbst zu bestimmen, war unerträglich. Dass sie friedlich in der Geborgenheit unter meinem Herzen für immer einschlafen durfte, dagegen ein tröstlicher Gedanke. Nach über sechs Jahren bin ich dankbar für die kurze gemeinsame Zeit und all das, was ich durch Lilli über das Leben, die Menschen, die bedingungslose Liebe und über mich selbst lernen dufte...

Mutter von Lilli, verstorben in der 24..SSW, Ullrich-Turner-Syndrom mit Hydrops fetalis

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

… Wir sind als Familie einen guten Weg mit Josepha gegangen, wir haben sie gut begleitet. Wir fühlen uns gestärkt, schwere Erlebnisse im Leben schaffen zu können. Es war alles machbar, wir leben noch. Und sind nicht psychisch am Ende. Wir trauern nur.
Ich habe gemerkt, wie sehr das Weitertragen richtig ist. Ich kann es nämlich erzählen. Ohne Schuldgefühle. Wir haben Josepha alle Zeit gegeben, die sie hatte. Das war gut und heilsam für uns. Und wir haben gesehen, welch schönen Menschen uns Gott geschenkt hat.

Mutter von Josepha, verstorben in der 40.SSW, Trisomie 18

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

… Wenn man eine pränatale Diagnose bekommen hat, wird man direkt über einen Abbruch aufgeklärt. Dass es genauso legitim ist, dem Kind die Entscheidung über sein Leben zu lassen, wird oft nicht erwähnt. Dabei ist es ein so guter Weg.
Als meine Ärztin mir sagte, dass ich nicht über das Leben meines Kindes entscheiden muss, war es das Schönste, was mir bisher gesagt wurde. Eine große Erleichterung.

Vielleicht kommt es einem komisch vor, der Gedanke, mit einem Kind schwanger zu sein, das sterben wird, bzw. kann.
Wieso das "Elend fortsetzen"? Wieso nicht den "einfachen Weg gehen"
Ich glaube nicht dass das Kind im Elend lebt, egal was es hat und was nicht, es kennt es ja nicht anders. Das Kind lebt nur diese kurze Zeit, warum sie noch weiter verkürzen? Warum nicht die Chance ergreifen und es kennenlernen anstatt sich sein ganzes Leben zu fragen wie das Kind wohl gewesen wäre...

Man kann die Trauer nicht nehmen wenn man das Kind nimmt. Die Trauer ist zwangsläufig da, genauso wie die Liebe. Wenn man weiterträgt, kann man nur die Bindung zu seinem Kind stärken, das nimmt einem zwar nicht die Trauer und ist auch sicher nicht immer einfach, aber die Liebe hat es leichter, Zugang zu dir finden und den Schmerz zu besiegen...

Trauer ist nicht immer schlecht. Trauern heißt nicht nur traurig sein, es heißt erinnern und lieben. Mein Kind lebt nicht bei mir, es ist tot. Trotzdem möchte ich es um nichts in der Welt eintauschen. Auch diese Erfahrung nicht. Sie macht mich zu dem was ich heute bin
Mein Sternenkind hat etwas geschafft was nur wenigen Menschen gelingt. Es hat mein Leben nachhaltig verändert und geprägt. Ich bin ihr sehr dankbar dafür. Auch wenn sie nur kurz war, die Zeit die ich durch das Weitertragen mit meiner Tochter gewonnen habe ist die wertvollste in meinem Leben. Niemand kann mir diese Erfahrungen mehr wegnehmen. Die Erinnerung an ihre Tritte und die Zeit mit bleibt mir für immer erhalten und ist mein wertvollster Schatz.
Mein Baby ist gestorben aber ich trage es auch jetzt noch weiter. Ich trage es weiter in meinen Gedanken, meine Daten und Worten. Meine Tochter hat mich deutlich geprägt.

Mutter von Fenja, verstorben in der 25. SSW bei Ullrich-Turner-Syndrom mit Hydrops fetalis

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

…"Mit einem lebenswerten Leben ist in diesem Falle nicht zu rechen." So der Pränataldiagnostiker angesichts des riesigen Nackenödems und der Diagnose Ullrich-Turner-Syndrom. Im Arztbrief stand: "Ein Schwangerschaftsabbruch ist zu befürworten, da sich die Eltern in einer schweren Konfliktsituation befinden."
Das Kind, das abgetrieben werden sollte, ist heute eine pfiffige Siebenjährige, die mit beiden Beinen im Leben steht, gerne reitet, Klavier spielt und malt und so viel mehr und sich in allem kaum von Gleichaltrigen unterscheidet.
Von all den schrecklichen Befunden, die vorgeburtlich im Raum standen, blieb die für das Turner-Syndrom typische Enge der Hauptschlagader, die dank einer nichtinvasiven vorgeburtlichen Therapie keiner weiteren Behandlung mehr bedurfte...
Wir hätte ich weiterleben sollen, ohne zu wissen, ob unsere Tochter nicht vielleicht doch eine Chance gehabt hätte. Daran wäre ich ganz sicher seelisch zerbrochen...

Mutter von A., geb. 2013, quicklebendig mit Ullrich Turner-Syndrom

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

...Weißt Du - ich glaube es gibt Gründe warum uns diese besonderen Kinder aussuchen. Ich habe das nie in Frage gestellt warum Enna zu uns gekommen ist. Ich weiß das es einfach so sein sollte. Wir haben sie aus Liebe gemacht, mit Liebe empfangen und mit Liebe gehen lassen. Wir haben alles in unserer Macht stehende für sie getan.‘noch dazu haben wir unserer 7 jährigen Tochter sehr viel mit auf den Weg gegeben. Wir haben ihr einen liebevollen Umgang „mit dem anders sein“ und dem Tod gezeigt.

Das und viel mehr macht mich stark und lässt mich diese Erfahrung mit etwas zeitlichem Abstand einfach wachsen. Dies war für uns der absolut richtige Weg! Und deswegen hardern wir mit nichts!
Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute- und ja, es verändert sich. Und trotzddm vermisst man sein Kind ein Leben lang.

Ich glaube es gibt Gründe warum uns diese besonderen Kinder aussuchen. Ich habe das nie in Frage gestellt, warum Enna zu uns gekommen ist. Ich weiß das es einfach so sein sollte. Wir haben sie aus Liebe gemacht, mit Liebe empfangen und mit Liebe gehen lassen. Wir haben alles in unserer Macht stehende für sie getan.
Das und vieles mehr macht mich stark und lässt mich durch diese Erfahrung mit etwas zeitlichem Abstand einfach wachsen. Dies war für uns der absolut richtige Weg! Und deswegen hardern wir mit nichts! Und trotzdem vermisst man sein Kind ein Leben lang.

Mutter von E., geboren und verstorben im März 2018 in der 40. SSW mit Trisomie 18

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


zuletzt bearbeitet 03.04.2019 19:56 | nach oben


Besucher
1 Mitglied und 1 Gast sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Ferry
Besucherzähler
Heute waren 3 Gäste und 3 Mitglieder, gestern 124 Gäste und 21 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 1783 Themen und 27069 Beiträge.

Heute waren 3 Mitglieder Online:


disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 1
Besucht uns auch bei Facebook



Xobor Ein eigenes Forum erstellen